Aquafit kurz erklärt

Damit du dich beim Aquafit im Wasser bewegen kannst, erhältst du eine spezielle Aquafit-Weste, welche für Stabilität und Sicherheit sorgt. So kannst du im Wasser laufen, joggen oder Kräftigungsübungen machen. In den Aquafit-Lektionen werden auch Beweglichkeit und Koordination geschult. Aquafit ist ein Trainingskonzept, das sich sowohl für den Freizeit und Gesundheitssport als auch für den Leistungssport eignet. Nichtschwimmer und wenig trainierte Personen können mit den anderen mittrainieren, jeder auf seinem Level. Jede Lektion ist auch ein Gruppenerlebnis und der Spass an der Bewegung darf nicht fehlen. Sich im Wasser zu bewegen eignet sich für ein breites Publikum und kann auch im höheren Alter bedenkenlos betrieben werden.

Für wen ist Aquafit geeignet?

Aquafit ist ein Sport für jederman.

Aquafit wird häufig als Training für ältere und übergewichtige Menschen angesehen und ein wenig belächelt. Doch zu unrecht. Aquafit ist die Kombination von Gymnastik und Ausdauertraining (Deep Water Running) im schwimmtiefen Wasser. Ryffel et al. (2005) nennen es ein einzigartiges, schonendes Ganzkörpertraining, welches für Jung und Alt, für Leistungssportler wie auch für untrainierte Personen, geeignet ist.

Voraussetzungen

Im Prinzip keine! Alle sind herzlich willkommen!

- Freude am Wasser und an sportlicher Betätigung in der Gruppe
- Aquafit ist auch für Nichtschwimmer geeignet
- Wir verlangen von allen Teilnehmern das Ausfüllen eines Gesundheitsfragebogens. Bei schwerwiegenden gesundheitlichen Beschwerden empfehlen wir, den Arzt zu konsultieren
- Alles Material wird von uns zur Verfügung gestellt
- Die Versicherung ist Sache der Teilnehmer

Ausrüstung

Damit die Kursteilnehmer im tiefen Wasser genügend Auftrieb haben, sind speziell für das Aquafit Westen entwickelt worden. Diese Weste sorgt für eine aufrechte und trainingsgerechte Körperhaltung. Alternativ können auch Gurte verwendet werden. Die Westen werden von uns zur Verfügung gestellt und werden ca. 15 Minuten vor Lektionsbeginn abgegeben.

 

Bild: Aquafit Weste Sport Bild: Aquafit Weste Wet Vest IIBild: Aquafit Gurt

Kursinhalt und Lektionsaufbau

Unsere Kurse werden mit Musik begleitet und bieten viel Abwechslung mit ganz unterschiedlichen Geräten (Pullbuoy, Noodle, Brättli, Pulsuhren, diverse Bälle, Therabänder, Manschetten, Handschuhe, Stöcke, Hanteln).

Eine Lektion ist wie folgt aufgebaut:

1. Aufwärmen

2. Wassergymnastik/Kräftigungsübungen/Koordinationsübungen

3. Deep Water Running/Ausdauer

4. Auslaufen und Entspannen/Dehnen

Bild: Aquafit Lektionsaufbau

Positive Effekte des Wassers

„Das Wasser ist ein freundliches Element für den, der damit bekannt ist und es zu behandeln weiss.“ (J. W. Goethe, Novelle aus Die Wahlverwandtschaften (1809))

Um eine optimale Durchführung von Aquafit zu gewährleisten, muss man wissen, wie das Trainingsgerät Wasser wirkt. Nur mit der richtigen Anwendung werden die Kursteilnehmer Spass haben und können Trainingseffekte erzielen. Nachfolgend sind die positiven Eigenschaften des Wassers kurz zusammengefasst beschrieben:

Druck: Wirkung auf Herzkreislauf

Der hydrostatische Druck ist ein mechanischer Reiz, der hauptsächlich auf alle kompressiblen Strukturen wirkt. Beim Menschen betrifft dies das lymphatische und das venöse System, sowie die grossen Körperhöhlen (Herzkreislauf und Atmung). Bei einem aufrecht im Wasser stehenden Menschen bewirkt der grössere Druck auf die Beine, dass Blut zum Herzen hin verschoben wird. Herzzeitvolumen und Herzschlagvolumen werden gesteigert. Die physiologische Reaktion ist eine reduzierte Druckarbeit des Herzens und somit Verlangsamung der Herzfrequenz um 10-15 Schläge/Minute. (Achtung bei Personen mit Herzproblemen). Wird im Wasser trainiert, ist die Trainings- und Erholungsfrequenz niedriger als an Land. Es erfolgt eine schnellere Erholung.

Auftrieb: Wirkt wohltuend

Der Auftrieb im Wasser verleiht uns Menschen ein Gefühl der Schwerelosigkeit. Bewegungen fallen leichter und wir haben grösseren Bewegungsfreiraum. Es gibt keine Schläge auf den Bewegungsapparat. Das Verletzungsrisiko ist minimiert.

Trägheit: Kraft wird gefordert

Infolge der Trägheit des Wassers ist eine erhöhte Kraft notwendig für eine Richtungsänderung. Beispielsweise braucht es mehr Kraft um aus dem Stillstand in Bewegung und aus Bewegung in den Stillstand zu kommen.

Widerstand: Kraft und Massage

Durch die bremsende Wirkung des Widerstands muss mehr Kraft aufgewendet werden. Die Muskulatur wird ganzheitlich gekräftigt. Bänder und Sehnen werden geschont, Überbelastungen vermieden. Zusätzlich bewirken die durch die Bewegung entstandenen Turbulenzen, Wellen und Strudel eine Massage.

Aktion = Reaktion: Wirkung auf die Koordination

Das Prinzip der Aktion=Reaktion stellt hohe Anforderung an unsere Koordination und an unser Gleichgewicht. Je intensiver die Bewegung gegen den Wasserwiderstand, desto intensiver reagiert das Wasser gegen den Körper.

Kältereiz: erhöhte Stoffwechselrate

Die richtige Wahl der Wassertemperatur führt zu einer optimalen Kalorienverbrennung.

Förderung der konditionellen und koordinativen Faktoren

Mit Aquafit können alle konditionellen Aspekte trainiert werden. Nicht nur der Herzkreislauf (Ausdauer) wird trainiert, auch die Muskulatur kann aufgebaut werden und die Schnelligkeit kann trainiert werden. Ebenfalls werden Beweglichkeit, wie auch die Koordination verbessert. Schlussendlich entsteht ein besseres Bewegungsgefühl.

Gelenkschonender Muskelaufbau

Aquafit fordert die Muskulatur, schont dabei aber die Gelenke und kann einen grossen Beitrag zur Verminderung von Risikofaktoren für die Gesundheit leisten. Dazu gehören Bluthochdruck, Übergewicht, Rückenbeschwerden und muskuläre Dysbalancen.  

Woher kommt das Aquafit?

Das Wassertraining hat seinen Ursprung in Amerika. Ein Asiat, Glenn McWaters, stürzte mit einem Helikopter ab und verletzte sich schwer. Die Ärzte gaben ihm geringe Chancen, je wieder laufen zu können. Nichts desto trotz, begann McWaters neben den herkömmlichen Therapien ein zusätzliches Training im Wasser, wo er Laufbewegungen ausführte. Um die gewünschte aufrechte Haltung im Wasser zu erreichen, fertigte er eine Weste aus Neopren. Nun konnte er Übungen machen, die ganze Muskelketten und damit seinen ganzen Körper forderte. McWaters Gesundheitszustand verbesserte sich schnell, das Wassertraining nahm seinen Lauf.

Zu Beginn wurde das Wassertraining nur in der Rehabilitation angewendet, später wurde das Deep Water Running auch von Spitzensportlern eingesetzt. Das Training im Wasser eignet sich einerseits um bei Verletzungen die Muskulatur zu erhalten und den Herzkreislauf zu trainieren, andererseits kann auf einem hohen Niveau trainiert werden, ohne den Bewegungsapparat zu belasten. Gerade für Spitzensportler im Langstreckenbereich ist ein solches alternatives Training Gold wert.

Markus Ryffel lernte 1984, bei den olympischen Spielen von Los Angeles, das Deep Water Running kennen und entwickelte daraus das Ganzkörpertraining Aquafit. Heute ist Aquafit Schweiz weit bekannt. Es besteht aus einem Gymnastikteil, einem Lauftraining und einem Auslaufen mit Dehnübungen.